Der Wettkampfsport hat im Blau-Weiß Bonn eine lange Tradition. Bereits vor dem Krieg erreichte die damals noch „Kampfmannschaft“ genannte Leistungssportabteilung erste Erfolge und kam auf den 6. Platz der Rangliste des deutschen Kanuverbandes (DKV). Der zweite Weltkrieg unterbrach die sportlichen Bemühungen jäh, doch bereits 1946 wurde von den Blau-Weißen schon wieder die erste Regatta über die Strecke vom Auweiler bis zur Werft ausgerichtet.

 

Durch den Bau des eigenen Bootshauses wurden die (leistungs)sportlichen Aktivitäten abermals gestoppt, nach der Fertigstellung des schmucken Bootshauses aber dafür umso erfolgreicher wieder aufgenommen, nun vor allem in der Disziplin Kanuslalom, die in der Zwischenzeit vom Internationalen Kanuverband als eine eigenständige Kanudisziplin neben dem Regattasport und dem Abfahrtsrennen (auch Wildwasserrennsport genannt) eingeführt worden war. Höhepunkte im Slalomsport waren für die Blau-Weißen mehrere Landesmeistertitel zu Beginn der 60er Jahre sowie ein dritter Platz von Schröter/Philipi auf der deutschen Meisterschaft im damals neu gebauten Augsburger Eiskanal. 


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Mit einigen Jahren Abstand zu den Slalomerfolgen starteten die Paddler aus Bonn auch in der Disziplin Wildwasserrennsport (erste offizielle Weltmeisterschaft 1959 in Treignac) durch. Der Verein richtete in diesem Sport, für den der Rhein vor der Haustür als Trainingsgewässer wie geschaffen war und immer noch ist, auch wieder eigene Wettkämpfe aus, unter anderem das Brölabfahrtsrennen, das wegen Wassermangel zunächst auf die Agger verlegt wurde und nach mehrmaligen Absagen dann leider ganz eingestellt werden musste. Der anhaltende Erfolg des BWB mit vielen Landesmeistertiteln und Medaillen auf deutschen Meisterschaften führten schließlich zu einer Fokussierung des Vereins auf den Abfahrtssport, die Ambitionen im Slalom wurden zurückgefahren. Die beste Platzierung der damals überaus erfolgreichen Mannschaft war 1968 ein Deutscher Vizemeister in der Herrenmannschaft der Canadier Zweier und ein zweiter Platz bei der Jugend von Schröter/Felten ebenfalls im Candier Zweier; damals anscheinend schon die Lieblingsdisziplin der Bonner, in der auch noch viele weitere Medaillen späterer Sportlergenerationen folgen sollten.

 

Mit der Weiterentwicklung des Wildwasserrennsports erfuhr in den 80er Jahren durch den damaligen Trainer Gert Kurscheid und die Förderung des langjährigen Vorsitzenden Uli Dahl auch das Training am Blau-Weiß eine deutliche Professionalisierung und bildete so die Grundlage für den Erfolg einer neuen Generation in den folgenden Jahrzehnten. Den ersten Deutsche Meistertitel bei den Herren holte die Canadier Zweier Mannschaft 1983 nach Grau-Rheindorf, 1986 folgte im Canadier Zweier der erste Einzeltitel bei einer Deutschen Meisterschaft durch die Bauch-Brüder. Nach diesen nationalen Erfolgen folgten die internationalen Ehren: Zu Beginn der 80er Jahre verpassten die Bonner Mannschaft noch knapp internationale Ehren, die danach vor allem Bauch/Bauch und Gregor Simon, heute selbst Bundestrainer der Disziplin Wildwasserrennsport, mit seinen Steuermännern (in chronologischer Reihenfolge Stephan Eich/Peter Müller/Thomas Haas) im Canadier Zweier an den Rhein holte. Höhepunkt der insgesamt fünf Weltmeistertitel von Gregor Simon im Zeitraum von 1989-1998 war sicherlich der Gewinn des Einzelgoldes bei der Heim-WM 1998 in den deutschen Alpen, als er mit seinem Partner Peter Müller die jahrelange slowakische Dominanz in dieser Disziplin brechen konnte. In seinem Fahrwasser entwickelten sich viele weitere erfolgreiche Karrieren in einer großen Rennmanschaft in den ‚goldenen 90er Jahren‘. Bonn war als die Canadier Hochburg Deutschlands bekannt und der Blau-Weiß hatte ein Abonnement auf deutsche Meistertitel im Canadier Zweier und der Canadier Zweier Mannschaft um Gregor Simon, Rene Brücker, Jörg Cosic, Willy Diezler, Martin Hirtz, die oft auch einen Großteil der Nationalmannschaft stellten.


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Auch die Damenmannschaft konnte zur gleichen Zeit mit großen Erfolgen glänzen. Nicola Philippi, Claudia Scheifgen und Sonja Scheifgen erpaddelten auf deutschen Meisterschaften regelmäßig vordere Plätze.

Nicht nur ein Highlight des Wettkampfsportes, sondern auch für das Vereinsleben war die Ausrichtung der deutschen Wildwassermeisterschaft 1996 in Prutz, die mit ihrem damaligen Professionalisierungsgrad hohe Standards für kommende Veranstaltungen setzte.

Den großen Erfolgen der 90er Jahren eiferten die vielen neuen Nachwuchssportler in den 2000ern und 2010ern mit vielen deutschen Meisterschaftstiteln und auch auf internationalen Juniorenmeisterschaften, u.a. mit Einzelmedaillen von Benedikt Hammelrath und Max Eich nach, während die Altstars ihre unvergleichlichen Karrieren mit weiteren WM Einzelmedaillen (Silber für René Brücker 2012 und Komplettierung von insgesamt 50 deutschen Meistertitel im Kanusport) fortsetzen. 

 

Bis heute wird der Blau-Weiß Bonn auf vielen nationalen und internationalen Wettkämpfen vertreten. Dabei haben sich neben dem traditionellen Wildwasserrennsport, in dem das Team um Jörg Cosic, Ole Schwarz, Gregor Simon, Thomas Haas und Moritz Lipperheide nach langer Durststrecke sowohl Einzelmedaillen in der Leistungsklasse der C1 Herren als auch Mannschaftssiege erpaddeln konnten, neue Wettkampfsportarten etabliert. René Brücker und Moritz Lipperheide wagten zum Beispiel regelmäßige Ausflüge in den Drachenbootsport, in dem sie 2017 zusammen drei Europameistertitel und ein Jahr später einen Weltmeistertitel feiern konnten. Im noch jungen Stand-up-paddling errang Ole Schwarz 2017 einen Europameistertitel im Sprint und zeigte seine Vielseitigkeit im gleichen Jahr durch den Gewinn der U23-Weltmeisterschaft im Wildwasserrennsport in der Disziplin des –natürlich- Canadier Zweier.

 

Aktuelle Mannschaft:

  • Jörg Cosic
  • Fabian Druschke
  • Thomas Haas
  • Moritz Lipperheide
  • Ole Schwarz
  • Max Eich
  • Thorben Plate
  • René Brücker



   

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